
Von der Postkutsche bis zum Landwehr-Bahnhof
Die Geschichte der Langenfelder Postkutsche hat Kurt Uellendahl fasziniert, und das schon seit Monaten. Denn in der Garten-Info des IV. Quartals 2025 verfasste er einen umfangreichen Rückblick auf die historische Post- und die Postkutschengeschichte. Im jüngsten Erzählcafé im Wiescheider Treff behandelte er dieses Thema, unterstützt mit zahlreichen Fotos aus vergangenen Zeiten, sehr ausführlich und sehr zur Freude der zahlreichen Zuhörer. Unter ihnen befanden sich auch der Postillon und die Christel von der Post, nämlich Helmut und Monika Schoos als aktuelles Traditionspaar der Stadt. Der Postillon seinerseits dankte dem Wiescheider Urgestein für seine akribische Spurensuche in der Postgeschichte mit der Verleihung seines Ordens – natürlich in der Form eines Posthorns.
Uellendahl skizzierte den Weg der Post seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die Fürsten zu Thurn und Taxis, ging auf die Bedeutung der Poststation in Langenfeld an der großen Kreuzung der Köln-Arnheimer Chaussee mit der Elberfeld-Hitdorfer am heutigen Berliner Platz ein und kam dann auf die Bedeutung der heutigen, nachgebauten Postkutsche zu sprechen.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahn (1845 kam die Köln-Mindener Eisenbahn auch an den Bahnhof Katzberg, damals noch zu Monheim gehörend) war das Ende der Postkutsche absehbar. In den 1960er Jahren kamen die Karnevalisten auf die Idee, einen Postillon als närrische Tollität zu küren. Und es dauerte nicht lange, bis auch der Wunsch nach einer Postkutsche wach wurde. Doch bis sie dann tatsächlich über die Straßen der „Posthornstadt“ rollte, sollte noch einige Zeit vergehen…
Das Startsignal dazu setzte faktisch der große Kutschenkorso mit 80 (!) Gespannen aus ganz Deutschland, der zum 50. Stadtgeburtstag im Jahre 1998 ein ganzes Wochenende lang die Stadt und ihre Bürger in Bewegung hielt. Und natürlich auch der Wunsch der „Kutschen- und Fahrsportfreunde Langenfeld“ mit ihrem rührigen Vorsitzenden Horst Küppers, der nicht nur diese Großveranstaltung organisierte, sondern auch alle Hebel für eine Langenfelder Postkutsche in Bewegung setzte,
Im September 2000 staunten wieder alle Besucher beim zweiten Kutschenkorso, denn nun rollte auch der in Polen erstellte Nachbau der alten preußischen Kutsche durch die Stadt. Küppers und seine Freunde hatten mit Unterstützung von Stadt, Sparkasse und etlichen Spendern den Traum wahr werden lassen. Die Kutsche ist zu bewundern in der Remise hinter dem Stadtmuseum im Freiherr-vom-Stein-Haus.
Damit war zwar der Vortrag über die Postkutsche beendet, das Thema ging aber weiter, denn Siegwald Koletzki, Vorsitzender des Lydton-Video-Clubs, hatte einen Film über den großen Kutschenkorso mitgebracht, der auch im Wiescheider Treff wieder für viele begeisterte Zuschauer sorgte. Und ein i-Tüpfelchen kam noch zum Schluss dazu: Ein Film über die früheren Langenfelder Bahnhöfe, wobei der in Landwehr sicher auf besonderes Interesse stieß.



