Aus Tropfen werden Zahlen – Wasserhaushalt – Klima – Hochwasser – Starkregen – Trockenheit

Im Wiescheider Treff die Wissenschaft vom Wasser anschaulich und kompetent erklärt

Der Themenkomplex Klimawandel, Wetterextreme bezogen auf unser Land und Situation vor Ort stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dipl.-Ing. Roland Funke, Fachbereichsleiter Hydrologie im Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in NRW. Im gut besuchten Wiescheider Treff konnte das Publikum die aktuellsten Zahlen und Fakten erfahren, die bis 29.10.25 erhoben wurden.

Funke präsentierte anschauliche Folien zu Witterungsanalyse im Hydrologischen Jahr 2025, durchschnittlicher Niederschlagsmenge, Lufttemperatur in NRW und was alle besonders interessierte: Niederschlag in Langenfeld im hydrologischen Jahr 2025. Gefühlt viel zu nass, waren sich die Besucher einig , aber was sagte der Experte: Defizit ca. -30 %.

“Das hydrologische Jahr 2025 war zwar in Nordrhein-Westfalen nicht extrem, gehört aber dennoch zu den 20% der niederschlagsärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881“ so der Experte. Er ging auch auf das aktuelle Starkregenereignis am 9. September 2025 im Rheinland und in Langenfeld ein, als der Viehbach über die Ufer trat. Dabei informierte er über das verbesserte Hochwasserwarn- und Vorhersagesystem des Landes, über Quellen der Vorabinformation und26 neue Hochwassermeldepegel bis zum Jahresende 2025. Dass Vorhersagen der Pegelstände bei Hochwassergefahr in zwei Stunden bei der Feuerwehr ankommen, um schnelle Maßnahmen zu ergreifen, war eine beruhigende Information.

Beim Themenblock über die Temperaturen im Sommer kam auch wieder eine Diskrepanz zwischen der gefühlten Sommerbilanz der Besucher und der des Wissenschaftlers zu Tage. 13 Tage über 30° am Düsseldorfer Flughafen, im Vergleich 2023 und 2024 nur 10 Tage, auch Sommertage bis 25° waren es 5 Tage mehr wie in 2024. Ein ungläubiges Raunen ging durch die Reihen, so hatte man es nicht in Erinnerung. Es gab schon immer Temperaturschwankungen, aber halt nicht so stark wie die letzten 20 Jahre.

Auch die Entwicklung der Grundwasserbestände gibt keinen Grund zur Entwarnung- ein erneuter Rückgang ist auch in 2025 zu verzeichnen. Die Fragen des Publikums wurden kompetent beantwortet. Auch die, ob KI das Ganze nicht beschleunigen könnte? “ Jein- so weit ist KI noch nicht, alles ist noch zu unsicher, aber selbstverständlich arbeite man daran“ so Funke. In Gefahrensituationen gibt es einen engen Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst DWD.

Am Ende des 2-stündigen Vortrags wurde Roland Funke sehr gedankt für die anschauliche Vermittlung von wesentlichen Aspekten des Klimawandels. „Diese Präsentation von Herrn Funke war spitzenmäßig“ so ein Zuhörer. „Dieser Vortrag mit Herrn Funke müsste eigentlich groß im Fernsehen gezeigt werden, damit auch manches Unwissen zum Thema Klimawandel ausgeräumt werden könnte.“ Dieser Meinung einer Zuhörerin pflichteten viele beim Rausgehen bei.

Die gesamte Präsentation incl. der wesentlichen links zu Informationen in Akutsituationen, Warnhinweisen und Vorabinformationen kann hier heruntergeladen werden.(DS)